Geschichte
Ziegelherstellung im Wandel der Zeit
Unter der Überschrift „Die selbstgebaute Fabrik“, veröffentlichte die „Rheinische – Post“ im April 1953 einen Artikel über die Inbetriebnahme einer neuen Ziegelei in Brüggen. Die Brüder Heinrich, Franz, Josef und Willi Janssen, aus dem Speditionsgewerbe kommend, hatten fast ausschließlich in Eigenleistung den Bau einer kompletten Dachziegelei bis zur Aufnahme der Produktion gebracht.
Der für eine Ziegelei unbedingt erforderliche große Schornstein
war in Rheydt abgebrochen worden. Die Steine wurden vorübergehend an Ort und Stelle, auch des Nachts, bewacht und dann an der Hochstraße in Brüggen wieder zum Schornstein aufgemauert. Beim Bau von Betriebseinrichtungen wurde auch immer wieder auf Rüstungsmaterial des 2. Weltkrieges, was auf Schrottplätzen reichlich vorhanden war, zurückgegriffen.
Die Fertigung von Dachziegel erfolgte zunächst in dem
nach dem Kriege hauptsächlich gefragten Modell „Muldenziegel“ in den Farben naturrot und altfarben engobiert. Doch schon sehr schnell wurde die Fertigung auf Firstziegel und anderes Dachzubehör wie Lüfterziegel und halbe Dachziegel verlagert. Der Betrieb wurde in seiner Ausrichtung nach und nach auf die Fertigung von keramischem Dachzubehör aller Art und Farben ausgerichtet. In 2 gemauerten Kammeröfen mit überschlagender Flamme, die zunächst mit Kohle befeuert, später ölbeheizt waren, wurden schon im Jahre 1963 ca. 1 Mill. Dachziegel – Formstücke jährlich gebrannt.
Die Kundschaft wandelte sich im Laufe der Jahre mehr und mehr vom Großhandel zu den verschiedensten Dachziegeleien in Deutschland und dem benachbarten Ausland. Viele namhafte Dachziegelwerke lassen mittlerweile Teile ihrer Produktpalette in Brüggen fertigen.
Heute produziert der Betrieb in zwei hochmodernen gasbefeuerten Herdwagenöfen mit 12 Mitarbeitern über 1 Mill. Sonderziegel jährlich. Die Modell- und Farbpalette ist dabei fast unerschöpflich. Auch dem Denkmalschutz wird mit der Herstellung von historischen und „gedämpften“ Dachziegeln Rechnung getragen.
Im Jahre 2000 wurde zusätzlich die Fertigungsanlage von Gießteilen in Betrieb genommen. Hier werden vor allen Dingen Dunstrohre für die Sanitärentlüftung und verschiedene Dachschmuck – Artikel gefertigt und in einem weiteren neuen gasbefeuerten Kammerofen mit 1.060° C gebrannt
